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Konkrete Beispiele aus der Geographie

 

 

Physische Geographie

Dünenfelder

 
 
 
 
 
 
Werner und McNamara (2007, S.394) sehen eine Düne als komplex bzw. komplexes System an. Eine Reise in ein Dünenfeld mittels Luftbildern macht deutlich, welche Vielzahl an Möglichkeiten es gibt, den Zustand eines Dünenfeldes zu beschreiben. Möglichkeiten sind beispielsweise eine Zustandsbeschreibung über (1) die Positionen und Geschwindigkeiten der Sandkörner, (2) die Morphologie der Oberfläche; (3) Spuren und Höhe der Kammlinie der Düne sowie (4) deren Ausrichtung und die Enden der einzelnen Dünen. Diese Anzahl an Möglichkeiten den Zustand der Düne zu beschreiben, soll die große Anzahl an Elementen in der Komplexität darstellen.
Die Zustandsbeschreibungen können durch die zeitliche Veränderungen der Eigenschaften ergänzt werden. Das bedeutet, eine Düne ist dynamisch und deren Eigenschaften verändern sich über die Zeit.


 

 

 

 

 

Sanddüne (Worldwide Happy Media, 2009)

 

Humangeographie

Migration

Die internationale Migration wird, laut Willekens (2012, S.1) als komplex angesehen, weil viele Akteure beteiligt sind und ihre Aktionen und lokalen und globalen Wechselwirkungen weitreichende Auswirkungen in den Ländern mit sich bringen. Bei der Migration typische, unvorhergesehene Ereignisse steuern außerdem zur Komplexität bei. Migration hat viele Eigenschaften von komplexen Systemen. Beispielsweise die Interaktion mit der Umwelt, mit dem eine Auswirkung auf die betroffenen Länder gemeint ist. Auch Selbstorganisation ist eine Charakteristik von Migration. Keine globale Entität erstellt oder steuert das System direkt (vgl. Willekens, 2012, S.5).

 

Physische Geographie


Windsysteme


 

 

Bereits früheste Studien zu Komplexität und Chaos beschäftigen sich mit chaotischen Mustern, die von natürlichen Systeme hervorgerufen werden. Die globalen Muster des Windes, welche die Nord- und Südhemisphere beeinflussen, sind laut (vgl. Richards, 2002,S.101). auf Kräfte und atmosphärische Prozesse zurückzuführen, die durch die Rotation der Erde, die Abhängigkeit der Strahlungsbilanzen von der geographischen Breite und der daraus resultierenden Verteilung von Luftdruck, Temperatur und anderer meterologischer Elemente entstehen. Vom Äquator zu den Polen wird Energie durch große konvektive Systeme transportiert, die letztlich unser Wetter bedingen. Hierbei können kleinste Veränderungen völlig differenzierte Wetterbedingungen hervorrufen. Bei solch einer Sensitivität gegenüber Anfangsbedingungen spricht man von komplexem Verhalten.

 

 

 

Wolken (Rostock, 2011)

 

Humangeographie

Städte

 

Ein weiteres Beispiel für Komplexität in der Humangeographie stellen Städte dar. In Städten wohnt eine große Anzahl von Menschen auf engsten Raum zusammen und diese interagieren miteinander. Die Menschen bilden wiederum eigene Gruppen bzw. Systeme, ob in der Arbeit, in Freundeskreisen, durch Abstammung, durch soziale Schichten, etc. Auch bei diesen Systemen treten immer wieder Überschneidungen bzw. Diversitäten auf.

Im Gegensatz dazu werden Technologien und Infrastruktur der Stadt von allen Menschen gleichermaßen genutzt. Auch der Begriff der Emergenz lässt sich anhand von Städten sehr deutlich darstellen. Da das Zusammenleben und die Interaktionen von vielen einzelnen Menschen auf der Mikroebene, eine Stadt auf der Markoebene bildet (vgl. Audi Urban Future Inititive, 2013). Auch die anderen Charakteristiken von Komplexität, wie in "Charakteristiken und definitorische Ansätze" dieses Lernmoduls dargestellt, können alle am Beispiel der Stadt dargestellt werden.

 

 



Chicago (o.N. 2004)

 


Quellen:

Audi Urban Future Initiative (2013): Five hypotheses for cities in 2050. Extreme Cities Project. Columbia Unibversity. URL: http://audi-urban-future-initiative.com/blog/5-hypotheses, [abgerufen am: 25.07.2014].

o.N. (2004): Chicago – John Hancock Center from Sears Tower. URL: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:John_Hancock_Center_from_Sears_Tower.jpg [abgerufen am: 29.07.2014].

Richards, A. (2002): Complexity in physical Geography. In: Geography. Volume: 87 (2). S:99-107.

Rostocker (2011): Wolken. Insel Rügen. http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wolken_II.jpg?uselang=de , [abgerufen am 19.06.2014].

Werner, B.T. & McNamara D.E. (2007): Dynamics of coupled human-landscape systems. In: Geomorphology. 91. Elsevier. S:393-407.

Willekens, F.(2012): International migration.A perspective from complexity science.In: European population conference 2012. Sweden. Session 96: International migration and population structure. Netherlands Interdisciplinary Demographic Institute (NIDI). The Hague.

Worldwide Happy Media (2009): The Desert Ultra - Sand Dunes. Sand Dunes of Namibia. URL: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:The_Desert_Ultra_-_Sand_Dunes.jpg?uselang=de , [abgerufen am 20.06.2014].