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...und ein Stück dazwischen!

...und die Beziehungen dazwischen!

 

Wir haben den Nutzen von Konzepten der Nichtlinearität für das Erforschen unserer physischen Umwelt und auch unserer Gesellschaft aufgezeigt. Nun wollen wir uns auf das Stück dazwischen konzentrieren und Zusammenhänge gesellschaftlicher Mensch-Umwelt-Verhältnisse betrachten. Nichtlineare Phänomene aus diesem Bereich sind deshalb interessant, da sie uns weit öfter betreffen als Phänomene der physischen Umwelt oder der Gesellschaft alleine.

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Geographische Fragestellungen versuchen, die komplexen Verhältnisse zwischen Gesellschaft, Mensch und Umwelt offenzulegen. Egon Becker, der zu den Vorreitern der benachbarten Disziplin „Soziale Ökologie“ gehört, versucht, diese Verhältnisse zwischen der Gesellschaft und ihrer Umwelt aus der systemtheoretischen Perspektive zu analysieren. Dabei betrachtet er sozial-ökologische Systeme als offene komplexe Systeme, die nichtlineare Dynamiken aufweisen. Nichtlinearität sozial-ökologischer Systeme bedeutet, dass auch hier minimale Störungen zu unvorhersehbaren Veränderungen künftiger Systemzustände führen können, was eine Systemsteuerung oder das Erreichen eines gewünschten Systemzustandes unmöglich macht [1].

 

Erinnerst du dich an das Beispiel des mändrierenden Flusses? Mensch-Umwelt-Verhältnisse unterliegen dem gleichen Prinzip!

 

[1] Vgl. Becker, Egon & Jahn, Thomas (Hrsg.) (2006): Soziale Ökologie. Grundzüge einer Wissenschaft von den gesellschaftlichen Naturverhältnissen. Frankfurt/New York: Campus Verlag. [Bildquelle] Mauerbewuchs_ Bild/ Foto: Lamiot, Lizenz: CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons.