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Nichtlinearität ändert die Geographie?

Nichtlinearität als Paradigma in der Geographie der Gegenwart

 

Du kannst dir nun vielleicht vorstellen, für welche Phänomene nichtlineare Konzepte in Frage kommen, und auch, dass es nicht immer einfach ist, Konzepte und Arbeitsweisen, die gut zu funktionieren scheinen, aufzugeben und einen Perspektivenwechsel zu vollziehen.

 

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Paradigmenentwicklung in der Geomorphologie

 

Die Theorie der Nichtlinearität ordnet sich im Zuge der Systemtheorie als ein neues Theoriekonzept (Paradigma) in die aktuelle Geographie ein und trägt damit wesentlich zu einer integrativen Geographie bei. Denn die Systemtheorie findet sich in beiden bis dato getrennten Hauptrichtungen der Geographie (s. dazu Abbildung zur Paradigmenentwicklung der Geomorphologie und der Humangeographie). Es hat sich allmählich ein Wandel von einer reduktionistischen zu einer holistischen Perspektive vollzogen. Einfach ausgedrückt: Es wird versucht, Systeme ganzheitlich zu betrachten, anstatt Teile eines Systems zu untersuchen und daraus Schlüsse für das ganze System zu ziehen. Denn nur mit einem umfassenden Blick auf mögliche Zusammenhänge können nichtlineare Phänomene ansatzweise verstanden werden [1].

 

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Paradigmenentwicklung in der Humangeographie

  

[1] Vgl. Egner, Heike (2010): Theoretische Geographie. Darmstadt: WBG. Seite 108 f. [Bildquelle] Paradigmenentwicklung Geomorphologie_ Dikau, Richard (2005): Geomorphologische Perspektiven integrativer Forschungsansätze in Physischer Geographie und Humangeographie.Seite 98. In: Müller-Mahn, Detlef; Wardenga, Ute (Hg.): Möglichkeiten und Grenzen integrativer Forschungsansätze in Physischer Geographie und Humangeographie, Forum IFL 2, Seite 91-108. Dort verändert nach Richards, Andrew (2002): Complexity in Physical Geography. Seite 105. In: Geography, 87 (2), Seite 99-107. Paradigmenentwicklung Humangeographie_Weichhart, Peter (2008):Entwicklungslinien der Sozialgeographie. Von Hans Bobek bis Benno Werlen. Stuttgart: Steiner Verlag, Seite 107.