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Linear kann jeder!

Linear kann jeder! Mit Wissenschaft zur Erkenntnis!

 

In den Wissenschaftsanfängen war Linearität ein sehr erfolgreiches und zufriedenstellendes Modell, da mit dem Ursache-Wirkungs-Prinzip (Determinismus) vieles erklärt werden konnte. Sofern man ein Element eines beliebigen Ganzen genau bestimmte, hatte man eine Lösung. Waren nichtlineare Phänomene zunächst noch unerklärliche Ausnahmen, häuften sie sich über viele Jahrhunderte zu einem Berg, der nicht mehr überschaubar war – neue Theorien und Denkmuster wurden benötigt!

 

 

Zuerst aber, galt es Hindernisse zu überwinden, denn nichtlineares Denken fällt nicht jedem leicht. Der Grund dafür liegt möglicherweise darin, dass wir evolutionsbedingt darauf geeicht sind, Gefahren schnellstmöglich einzuschätzen. Obschon in unserem Gehirn, also (chemisch) nichtlineare Prozesse ablaufen, sind lineare Denkwege schlichtweg schneller abgeschlossen als nichtlineare [1]. Der Hirnforscher Wolf Singer resümierte sehr treffend:

„Wir nehmen linear wahr, verarbeiten nichtlinear und unterstellen der Welt draußen wieder lineare Vorgänge” [2].

 

Wie wichtig das Verständnis über nichtlineare Vorgänge ist, lehrt uns die Geschichte. Der Begriff der Nichtlinearität stammt aus der Mathematik und wurde schnell von den verwandten Disziplinen Physik und Chemie aufgenommen.

 

Auf den folgenden Seiten erklären wir dir, wie die Disziplinen den ankommenden Neuling aufgenommen haben. Viel Spaß dabei!

 
[1] Bienenstein, Stefan & Mathias Rother (2009): Fehler in der Psychotherapie: Theorie, Beispiele und Lösungsansätze für die Praxis. Wien: Springer Verlag. Seite 87. [2] Singer, Wolf (2005): Das Gehirn, ein Orchester ohne Dirigent. IN: Max-Planck Forschung, 2 (2005). Festvortrag auf der Jahresversammlung 2005 der Max Planck Gesellschaft in Rostock. Höchberg: Seite 18 f. [Bildquelle] Holzstich Flammarion_Flammarion, Camille (1888): L'Atmosphere: Météorologie Populaire. Paris. Seite 163.