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Gesellschaft...

...unsere Gesellschaft...

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Habt ihr euch schon einmal gefragt, wie Gesellschaft funktioniert oder wie es überhaupt soziale Ordnung entsteht? Es gibt natürlich viele spannende Theorien dazu, eine wäre zum Beispiel: soziale Ordnung entsteht durch nichtlineares Verhalten und zwar in Form von Selbstorganisation (mehr zum Begriff erfahrt ihr später noch).

 

Angeregt durch den Soziologen Niklas Luhmann (1927-1998), der versucht, die Gesellschaft als soziales System zu erklären, deren Ordnung er auf die Reduktion von Komplexität aus der Umwelt zurückführt, fasst der Sozialwissenschaftler und Physiker Günter Küppers den Begriff der Ordnung noch ein wenig enger und unterstellt ihr eine gewisse Regelhaftigkeit. In seinem Gedankenexperiment lebten die Individuen in einer “präsozialen Welt” und handelten ausschließlich nach eigenen individuellen Interessen. Mit der steigenden Konkurrenz anderer Individuen um knappe Ressourcen, wie beispielsweise Nahrung, stieg die Konfrontation und damit auch der verbundene Verlust.

 

„Konfrontation ist riskant. Keiner kennt die Strategien des anderen oder die Mittel, diese zu verfolgen. Jeder handelt unter Unsicherheit, jeder muß mit allem rechnen und der einzige Ausweg scheint in der Ausschaltung des jeweils anderen zu liegen. Aber selbst da ist der Erfolg unsicher und beide Kontrahenten laufen Gefahr, selbst ausgeschaltet zu werden. Die Auflösung dieses Dilemmas liegt in der Kooperation” [1].

 

Mit der  Wahrnehmung der sozialen Unsicherheit – wie können sich Individuen angesichts der Unvorhersehbarkeit des Verhaltens der Konkurrenten verhalten – wurden unter anderem Regeln, Absprachen oder Verträge geschaffen um effizient und friedlich zusammenleben zu können [2].

 

Unser individuelles Verhalten ist also hochgradig nichtlinear und unberechenbar und erst durch Selbstorganisation in einer Gesellschaft wurden wir überlebensfähig.

 

[1] Küppers, Günter (1999): Der Umgang mit Unsicherheit: Zur Selbstorganisation sozialer Systeme. In: Mainzer, Klaus (Hrsg.): Komplexe Systeme und Nichtlineare Dynamik in Natur und Gesellschaft. Berlin: Springer Verlag. Seite 354. [2] Vgl. Küppers, Günter (1999): Der Umgang mit Unsicherheit: Zur Selbstorganisation sozialer Systeme. In: Mainzer, Klaus (Hrsg.): Komplexe Systeme und Nichtlineare Dynamik in Natur und Gesellschaft. Berlin: Springer Verlag. Seite 354 ff. [Bildquelle] Times Square New York_ Bild/Foto:chensiyuan (chensiyuan), Lizenz: CC by SA 4.0-3.0-2.5-2.0-1.0, via Wikimedia Commons.