Navigation überspringen

Die Quelle der Selbstorganisation

Nichtlinearität und Rückkoppelungen als Quelle der Selbstorganisation

 

Selbstorganisation ist charakteristisch für nichtlineare Systeme, ebenso sind es Rückkoppelungen. Versuche, dir ein passendes Beispiel vorzustellen!

 

Jedes Element beeinflusst andere Elemente und wird im Gegenzug auch selbst von diesen beeinflusst. Stelle dir dazu einfache Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge vor, die kreisförmig verlaufen. Wenn A also B bewirkt, resultiert B umgekehrt auch in A. Bei positiven Rückkoppelungen verstärkt sich eine Ursache selbst, während negative Rückkoppelungen entgegen der anfänglichen Veränderung wirken und das System sozusagen stabilisieren.

 File:Stable equilibrium.svg

Ein Prozess der Selbstorganisation beginnt üblicherweise mit einer positiven Rückkoppelung. Eine anfängliche Störung wird verstärkt, verbreitet sich dadurch noch schneller, bis das ganze System davon betroffen ist. Wird ein neuer stabiler Zustand erreicht, endet die positive Rückkoppelung. Stell dir dazu beispielsweise eine Kugel vor, die von einem Hang hinunterrollt und im Tal einen neuen stabilen Zustand einnimmt. Da jetzt keine weitere Verstärkung mehr möglich ist, können neue mögliche Veränderungen nur in eine andere Richtung wirken. Jene Rückkoppelung, die die anfängliche Störung verstärkt hat, wirkt nun jedoch entgegen der neuen Veränderung und stabilisiert das System. Das System wird nun also von einer negativen Rückkoppelung bestimmt [1].

 

Damit du dir Selbstorganisation besser vorstellen kannst, zeigen wir dir auf der nächsten Seite ein praktisches Beispiel!

 

[1] Vgl. Heylighen, Francis (2001): The Science of Self-Organization and Adaptivity. Brüssel: Center Leo Apostel, Free University of Brussels, Seite 10. [Bildquelle] Stable equilibrium_Bild/Foto: Urutseg (Eigenes Werk), via Wikimedia Commons.