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Chaos = Ordnung?

Im Chaos ist eine Ordnung

 

In der Wissenschaft ist man sich einig: Chaos und Ordnung gehören zusammen und können als zwei Seiten einer Medaille gesehen werden. Wie in einem chaotischen System auch Ordnung zu erkennen ist, kann sehr gut mit folgendem Magnetpendel-Experiment gezeigt werden.

 

MagneticPendulum.jpg

Dafür sind drei Magnete in einem gleichseitigen Dreieck am Boden angeordnet. Über dem zentralen Punkt ist ein Pendel aufgehängt. Wird das Pendel in Schwingung versetzt, versucht es, einen stabilen Zustand zu erreichen. Selbst bei Wiederholungen dieses Experiments mit gleicher Auslenkung und gleicher Loslassposition des Pendels kann nicht vorhergesagt werden, welcher Magnet vom Pendel als Ruhelage ‘bevorzugt’ wird. Bei der Simulation des Experiments am Computer entsteht ein beeindruckendes Bild. Die drei Magnete entsprechen den drei Farben rot, blau und grün. Der Computer zeichnet jeweils immer die Farbe der Loslassposition mit dem dazugehörigen Endruhestand nach. Das Bild zeigt die „Inseln der Ordnung in einem Meer von Chaos“. Mit Hilfe des Pendelgesetztes nach Gallilei können diese Ordnungsinseln grob vorhergesagt werden. Wie sich jedoch die Farben um diese Inseln anordnen, ist quasi zufällig und für diesen Bereich nicht vorhersagbar bzw. sensitiv gegenüber den Anfangsbedingungen [1].

 

Naturgesetze, wie hier das Pendelgesetz, können nicht immer universal und absolut zur Erklärung der Welt genutzt werden. Ein weiterer Hinweis auf die Aktualität der Theorie der Nichtlinearität!

 

[1] Vgl. Peitgen, Heinz-Otto (2009): Ordnung im Chaos. http://www.henn.com/de/research/order-chaos (letzter Zugriff: 05. Oktober 2015). [Bildquelle] Magnetische Pendelsimulation_ Bild/Foto: Eclipse.sx, Lizenz: CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons.